Aug 012015
 

Belgien/André Leysen

Ein Unternehmer mit Vision und ein großer Europäer/ Retter der belgischen Zeitung ,,De Standaard‘‘/Deutschland war seine zweite Heimat/Zum Tod von André Leysen

Von HELMUT HETZEL

Antwerpen. ,,Krisen sind Herausforderungen.‘‘ Wie wahr diese Einsicht von André Leysen ist, das hat die Griechenland-Krise in der EU und der Eurozone in den vergangenen Wochen und Monaten erneut bewiesen. André Leysen aber konnte den neuen Deal, um die Griechen in der Eurozone zu halten, nicht mehr miterleben. Er starb am vergangenen Sonntag im Alter von 88 Jahren in Antwerpen. Mit ihm ist ein Unternehmer mit Vision, ein scharfer Analytiker und Denker und ein großer Europäer von uns gegangen.

 

André Leysen war auch ein großer Belgier und Flame, aber seine zweite Heimat war Deutschland. Bei ihm zu Hause in Antwerpen wurde Deutsch gesprochen. Seine Frau Anne Ahlers, die er 1951 heiratete und mit der er die beiden Söhne Christian und Thomas hat, war Zeit seines Lebens die Stütze an seiner Seite. Und sein Leben war ein rasantes. Am 11. Juni 1927 in eine flämische Unternehmersfamilie hineingeboren, entwickelte Leysen schon als Kind den Unternehmergeist, der ihn später als Manager so auszeichnete. Die ersten Sporen verdiente er sich dann mit dem Hafenbetrieb seiner deutschen Schwiegereltern im Antwerpener Hafen. Von dem Unternehmen trennte er sich und stieg mit den frei werdenden finanziellen Mitteln bei der belgischen Foto-Gruppe Agfa-Geveart ein, deren Vorstandschef er 1978 wurde und die er später an die deutsche Bayer AG verkaufte.

 

Zwei Jahre früher war es André Leysen, der die kurz vor dem Konkurs stehende flämische Tageszeitung ,,De Standaard‘‘ 1976 rettete. Heute ist die Standaard-Gruppe, die inzwischen von seinem Sohn Thomas geleitet wird und unter dem Namen Corelio firmiert, die führende und einflussreichste Mediengruppe Belgiens und der Niederlande, wo sie das NRC-Handelsblad besitzt.

Aber das Wirken von André Leysen, der auch Vorsitzender des belgischen Arbeitgeberverbandes war, beschränkte sich nicht auf Belgien. Besonders aktiv war er in Deutschland und in den Niederlanden. Er saß in den Aufsichtsräten von BMW und Philips, war stellvertretender Vorstandschef der deutschen Reederei Hapag Lloyd, war Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Telekom, und bei E.ON, der früheren Veba und bei der Bayer AG. Als einziger Ausländer berief ihn der damalige deutsche Kanzler Helmut Kohl nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 in die Treuhandgesellschaft, die die ehemaligen DDR-Betriebe privatisierte und verkaufte. Mit Helmut Kohl hatte André Leysen ein gutes, ja freundschaftliches Verhältnis. Leysen war auch ein großzügiger Spender, der den Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden finanziell unterstütze.

Als überzeugter Europäer war er Vorstandsmitglied im Karls-Preiskomitee der Stadt Aachen. Als Kunstliebhaber war er Vorsitzender der Munt-Oper in Brüssel und des Rubenshauses in Antwerpen. 2008 stiftete Leysen den Karl der Große-Preis für Jugendliche. Die belgische König Baudouin-Stiftung konnte dank einer großzügigen Spende von ihm und seiner Frau Anne 2008 ein wertvolles Gemälde von Henri Evepoel ankaufen.

 

André Leysen aber hatte auch Selbstspott und Selbstkritik. In seinem Buch ,,Hinter dem Spiegel‘‘ enthüllte er 1996 seine Kollaboration mit Nazi-Deutschland und beschrieb wie er die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges mit der flämischen Exil-Regierung im zerbombten Berlin erlebte. Denn André Leysen wurde 1943 Mitglied der Hitlerjugend in Flandern und ging später auf die Deutsche Schule in Antwerpen und danach auf die ,,Reichsführerschule‘‘ nach Postdam. In dem Buch ,,Hinter dem Spiegel‘‘ rechnet er selbst mit dieser Periode in seinem eindrucksvollen Leben ab und distanziert sich erneut klipp und klar vom Nationalsozialismus, dem er als junger Mensch auf dem Leim gegangen war.

André Leysen litt schon zwanzig Jahre an der Parkinsonschen Krankheit. Er trug es mit Fassung und sagte: ,,Man stirbt nicht davon, sondern man stirbt mit dieser Krankheit. Sie tut nicht weh und so habe ich beschlossen, dass ich nicht krank bin.‘‘ Das war André Leysen, ein Optimist mit Selbstironie, der sich als erfolgreicher Unternehmer immer auch vehement in den gesellschaftlichen Dialog einmischte und sich für die Gesellschaft in humanitärer und kultureller Hinsicht engagierte.

 

13/7/2015

 

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Jul 302015
 

Shell baut 6500 Stellen ab und muss sparen/Niedriger Ölpreis drückt Gewinn/Dividende stabil

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Der niederländisch-britische Öl- und Gaskonzern Royal Dutch Shell baut weltweit 6500 seiner rund 94.000 Stellen ab. Den größten Stellenabbau wird es in Großbritannien und in Norwegen geben. Außerdem will Shell sparen und das Investitionsvolumen um 20 % auf etwa 30 Mrd. Dollar in diesem Jahr senken. Ferner wird Shell Tochterfirmen und Beteiligungen im Wert von total 20 Mrd. Dollar verkaufen, teilte Shell-Chef Ben van Beurden wird. Notwendig werden die Maßnahmen weil der Ölpreis auf einem relativ niedrigen Niveau ist und derzeit um die 54 Dollar je Fass von 159 Litern für die Sorte Brent pendelt. Vor einem Jahr war er noch fast doppelt so hoch. ,,Die Öl- und Gasindustrie steht vor großen Herausforderungen. Aber wir gehen sie schnell und überzeugend an,‘‘ sagte van Beurden bei der Präsentation des Quartalsergebnisses II/2015.

shell-ben-van-beurden

Das Zwischenergebnis viel wesentlich geringer aus als noch vor einem Jahr. So sank der Nettogewinn auf Basis der aktuellen Wiederbeschaffungskosten (CCS-Ergebnis) um 35 % auf 3,361 Mrd. Dollar oder 0,53 Dollar je Aktie. In der wichtigen Sparte Ölförderung (Upstream) brach der Gewinn regelrecht ein und sank um 78 % auf nur noch 1,037 Mrd. Dollar

Mit der Ölverarbeitung (Downstream) verdiente Shell jedoch mehr und konnte das Ergebnis im zurückliegenden Dreimonatszeitraum in diesem Sektor auf 2,961 Mrd. $ fast verdreifachen. Auffallend ist ferner, dass die Öl- und Gasförderung im Berichtszeitraum um 11 % auf 2,73 Mio. Öläquivalente pro Tag zurückging.

Dividende bleibt stabil

Europas größter privater Öl- und Gaskonzern wird seinen Aktionären per Quartal eine unveränderte Dividende von 0,47 Dollar je Aktie ausschütten. Auf Jahrbasis sind das 1,88 Dollar je Anteilschein womit die Shell-Titel eine Dividendenrendite von über 5 % aufweisen. Außerdem bestätigte Shell-Chef van Beurden, dass das Unternehmen zwischen 2017 und 2020 ein riesiges Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 25 Mrd. Euro durchführen wird.

Die geplante Übernahme des britischen Ölkonzerns BG Group liegt nach Angaben von van Beurden ,,im Schema‘‘ und soll Anfang 2016 abgeschlossen sein.

64 Mrd. Euro für britische BG Group

Shell zahlt  für GB  47 Mrd. £  (64 Mrd.  Euro, 67 Mrd. sFr.) BG ist hauptsächlich im Gasgeschäft in Grossbritannien aktiv. Die Übernahme ist die grösste Transaktion in der Öl- und Gasbranche seit einem Jahrzehnt und die bislang deutlichste Reaktion auf den Verfall des Ölpreises. Nachfolgen könnte eine Fusionswelle unter den grössten Energieunternehmen, die ihre Kosten senken und ihre Gewinne wieder steigern wollen.

Shell bietet für jede BG-Aktie 383 Pence in bar und 0,4454 Shell-B-Titel. Das ergibt einen Preis von 1367 Pence je BG-Aktie, und es entspricht einer Prämie von rund 50% auf den Schlusskurs der BG-Papiere vom vor Ausbringen der Kaufofferte. BG wird damit mit 47 Mrd. £ bewertet. Ab 2017 wird die dann zum Shell-Konzern gehörende BG Group zum Gewinn von Shell beitragen. Mit der BG-Akquisition entsteht der gemessen an der Marktkapitalisierung global zweitgrösste private Öl- und Gaskonzern nach dem amerikanischen Multi ExxonMobil  in der Welt.

An der Amsterdamer Börse legten die Shell-Titel um 4,12 % auf 26,13 Euro zu.

30/7/2015

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  •  July 30, 2015
  •  Posted by at 3:56 pm
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Jul 302015
 

Kein UN-Tribunal zum Abschuss des Flugs MH 17

Veto von Russland im UN-Sicherheitsrat

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Es wird kein UN-Tribunal zum Abschuss des Flugs MH 17 geben vor dem die Verantwortlichen für diesen Abschuss eines Zivilflugzeuges mit 298 Passagieren an Bord zur Rechenschaft gezogen werden können. Die Enttäuschung darüber in den Niederlanden ist groß. ,,Ich bin zutiefst enttäuscht. Wir haben uns die russischen Argumente gut angehört und haben versucht, den Russen zu erklären, dass ein solches UN-Tribunal die beste juristische Lösung ist, um dem Recht und der Gerechtigkeit seinen Lauf zu lassen,‘‘ sagte der niederländische Außenminister Bert Koenders in New York nach Ablauf der UN-Sicherheitsratssitzung. Er fügte hinzu: ,,Das russische Veto ist ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen der Opfer. Wir werden alles tun, um die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.‘‘ Ähnlich äußerte sich seine australische Amtskollegin Julie Bishop: ,,Dieses Veto schoffiert die Angehörigen der Opfer,‘‘ sagte sie in einer ersten Reaktion.

An armed pro-Russian separatist stands on part of the wreckage of the Malaysia Airlines Boeing 777 plane after it crashed near the settlement of Grabovo in the Donetsk region, July 17, 2014. The Malaysian airliner flight MH17 was brought down over eastern Ukraine on Thursday, killing all 295 people aboard and sharply raising stakes in a conflict between Kiev and pro-Moscow rebels in which Russia and the West back opposing sides.     REUTERS/Maxim Zmeyev (UKRAINE - Tags: TRANSPORT DISASTER POLITICS CIVIL UNREST TPX IMAGES OF THE DAY) - RTR3Z3JK

An armed pro-Russian separatist stands on part of the wreckage of the Malaysia Airlines Boeing 777 plane after it crashed near the settlement of Grabovo in the Donetsk region, July 17, 2014. The Malaysian airliner flight MH17 was brought down over eastern Ukraine on Thursday, killing all 295 people aboard and sharply raising stakes in a conflict between Kiev and pro-Moscow rebels in which Russia and the West back opposing sides. REUTERS/Maxim Zmeyev (UKRAINE – Tags: TRANSPORT DISASTER POLITICS CIVIL UNREST TPX IMAGES OF THE DAY) – RTR3Z3JK

 

Njet aus Moskau

Harte Kritik an Moskau hagelt es auch in den niederländischen Medien. ,,Njet – aber die Russen sind isoliert‘‘ titelt die Zeitung ,,Algemeen Dagblad.‘‘ In der ,,Volkskrant‘‘ ist zu lesen: ,,Die Macht war stärker als das Recht. Aber die Angehörigen der Opfer wollen Gerechtigkeit.‘‘ Auch diese Zeitung spricht von einem ,,Schlag ins Gesicht‘‘ der Angehörigen der 298 Passagiere, die durch den Abschuss der Boeing 777 der Malaysia Airlines am 17. Juli vergangenen Jahres ums Leben kamen.

 

Der niederländische Vorschlag sah vor, von einem UN-Tribunal die Verantwortlichen, die die Boeing 777 mit 298 Menschen an Bord  über der Ostukraine abgeschossen haben, anklagen und verurteilen zu lassen. Der niederländische Regierungschef Mark Rutte hat in den vergangenen Tagen deshalb zweimal zum Telefon gegriffen und persönlich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Aber auch das half nichts. Die Russen blieben hart und blockierten mit ihrem Veto im UN-Sicherheitsrat die Gründung eines MH-17-UN-Tribunals.

Plan B und C

Nun wird wohl Plan B und Plan C verfolgt werden.

Plan B sieht die Gründung eines UN-Tribunals mit einem VN-Mandat der UN-Vollversammlung vor.

Im völkerrechtlichen Sinne wäre dies jedoch kein offizielles UN-Tribunal, sondern ein Tribunal, das nur ein VN-Mandat hat aber nicht namens der UNO Recht sprechen könnte. Die völkerrechtliche Bedeutung eines solchen Tribunals wäre wesentlich geringer.

Plan C sieht vor, dass die Länder, die die meisten Toten des Flugs MH 17 zu beklagen haben, selbst ein eigenes Tribunal gründen. Dies sind die Niederlande, Australien, Belgien und Malaysia sowie die Ukraine, wo das Zivilflugzeug abgeschossen wurde. Nachteil dieses Tribunals wäre, dass man ihm vorwerfen  könne, es sei nicht neutral. Dieser Vorwurf würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Russland kommen.

 

30/7/2015

 

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Jul 282015
 

Niederlande/Österreich/Wilders

Geert Wilders: ,,Österreichischer Staat kapituliert vor dem Islam‘‘/Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wilders wegen Volksverhetzung

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Der niederländische Rechtspopulist und Islamkritiker Geert Wilders ist sehr enttäuscht darüber, dass die Staatsanwaltschaft in Wien gegen ihn wegen angeblicher Volksverhetzung und der Herabwürdigung religiöser Lehren ermittelt. ,,Es ist besonders bitter, dass ausgerechnet in dem westlichen Land wo vor einigen hundert Jahren der Westen gegen den Islam verteidigt wurde, nun gegen mich ermittelt wird,‘‘ sagte Wilders in einer ersten Reaktion auf das Ermittlungsverfahren in Österreich gegen ihn. Er spielte damit auf die Belagerung und die Verteidigung Wiens im Jahr 1683 an. Wien konnte damals erfolgreich gegen die Truppen des Osmanischen Reiches verteidigt werden. Wilders betonte in der Zeitung ,,de Telegraaf‘‘ , dass er die Tore Wiens weiter ehren und weiterhin die Wahrheit über den Islam und über die Immigration sprechen werde. Da ich das tue, stehe ich auf den Todeslisten des Islam.’’ Die Ermittlungen in Wien gegen ihn seien ,,eine Antastung der Meinungsfreiheit. Ich werde mir aber den Mund nicht schnüren lassen. Gegen mich wird nun ein legaler Dschihad geführt,’’ so Wilders.

Wilders

Die Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft Nina Bussek hatte gegenüber dem ,,Telegraaf’’ erklärt, dass gegen Wilders ermittelt werde. Es sei eine Anzeige gegen Wilders bei der Wiener Staatsanwaltschaft eingegangen. Die kommt von Tarafa Baghajati, dem Obmann der ,,Initiative Muslimischer Österreicher.’’

Er hat Anzeige erstattet, weil er meint, dass Wilders während seiner Rede am 27. März 2015 in der Wiener Hofburg religiöse Lehren herabgewürdigt und zur Verhetzung aufgerufen habe.

Sollte Wilders deswegen angeklagt und in Österreich verurteilt werden, dann drohen ihm dort bis zu zwei Jahre Haft.

Geert Wilders war am 27. März auf Einladung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in Wien. Gegen Strache werde nicht ermittelt, sagte Nina Bussek, obwohl er die Rede des Niederländers ,,zustimmend und unter Applaus’’ verfolgt habe.

In den niederländischen Medien wird das nun eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen Geert Wilders in Wien aufmerksam verfolgt. Das Nachrichtenmagazin ,,Elsevier’’ nennt es ,,unglaublich.’’ Aber auch in Holland wird wieder gegen Wilders ermittelt. Mit einer ähnlichen juristischen Begründung wie jetzt in Wien. Denn Wilders hatte auf einer Parteiveranstaltung der von ihm gegründeten Freiheitspartei PVV vor rund einem Jahr seinen Anhängern zugerufen: ,,Wollt ihr mehr oder weniger Marokkaner?’’ Worauf diese skandierten: ,,Weniger, weniger, weniger.’’ Damit soll Wilders angeblich zu Hass aufgerufen und gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen haben. Wegen einer ähnlichen Anklage gab es vor drei Jahren einen Prozess gegen Wilders in den Niederlanden . Er wurde frei gesprochen mit der richterlichen Begründung seine islamkritischen Äußerungen seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

28/7/2015

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  •  July 28, 2015
  •  Posted by at 1:35 pm
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Jul 272015
 

An Ressort: Politik
Von : H. HETZEL / Den Haag /
Datum : 28.7.2015

Niederlande/Russland/MH 17

UN-Sicherheitsrat entscheidet über MH 17-Tribunal/Russland will Veto einlegen/Niederlande will Tribunal durchsetzen

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Die Niederlande, Belgien, Australien, Malaysia und die Ukraine drängen darauf, dass der UN-Sicherheitsrat ein Sondertribunal einsetzt, das die Schuldigen für den Abschuss des Flugs MH 17 anklagt und verurteilt. Aber der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin kündigte bereits an, dass er namens Russland im UN-Sicherheitsrat sein Veto gegen die Gründung dieses MH 17-Tribunals aussprechen werde. Die Niederlande und die anderen vier Länder, die das UN-Tribunal fordern, sind der Meinung, dass ein solches UN-Sondergericht die Verantwortlichen für den Abschuss der malaysischen Boeing 777 über der Ostukraine mit 298 Menschen an Bord am besten zur Rechenschaft ziehen könne. Das neue UN-Tribunal solle nach dem Vorbild des in Den Haag ansässigen UN-Tribunals zur Ahndung von Kriegsverbrechen im Ex-Jugoslawien funktionieren. Denkbar ist auch, dass das Jugoslawien-Tribunal zum einem MH 17-Tribunal umfunktioniert und ausgebaut wird. Denn das UN-Jugoslawientribunal soll im kommenden Jahr seine Arbeit abschließen.Verieinte-Nationen

Der niederländische Außenminister Bert Koenders ist indes nach New York geflogen. Er hat Redezeit im UN-Sicherheitsrat beantragt und will mit Unterstützung von Australien, Belgien, Malaysia und der Ukraine im Sicherheitsrat eine Abstimmung über die Gründung des MH 17-Tribunals erreichen.
Nach Ansicht von Moskau würde die Gründung eines sollen Tribunals die Konfrontation zwischen dem Westen und Russland weiter verschärfen. Außerdem argumentiert Moskau, es sei ,,viel zu früh’’ um ein solches UN-Sondergericht zu gründen, weil die Ermittlungen über die Absturzursache noch nicht abgeschlossen sind.

So gut wie fest steht inzwischen nur, dass die Boeing 777 am 17. Juli vergangenen Jahres über der Ostukraine abgeschossen wurde, vermutlich mit einem Buk-Raketenabwehrsystem russischer Bauart.
Russland behauptet, die ukrainische Armee sei für den Abschuss verantwortlich. Die Ukraine behauptet die prorussischen Separatisten in der Ostukrainie hätten die Buk-Rakete auf die Maschine der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord abgefeuert. Im offiziellen Zwischenbericht des von den Niederlanden geleiteten Untersuchungsausschusses heißt es, dass die Boeing 777 von Geschossen regelrecht durchlöchert wurde. Den Abschlussbericht über den Abschuss des Flugs MH 17 wollen die Niederländer im Oktober vorlegen.

Bert Koenders

Der niederländische Außenminister Bert Koenders sagte vor seinem Abflug nach New York:
,,Für mich ist das Wichtigste, dass es Gerechtigkeit gibt für die Angehörigen der Opfer und dass die Täter vor Gericht gestellt und verurteilt werden. Das ist unsere Pflicht gegenüber den Angehörigen der Opfer. Außerdem ist die Sicherheit der zivilen Luftfahrt für jeden von größtem Interesse, nicht nur für die Länder, deren Bürger an Bord des Flugs MH 17 waren.’’ Von den 298 getöteten MH 17-Passagieren waren 196 Niederländer. Die Niederlande haben daher die Leitung bei der Untersuchung nach der Absturzursache des Flugs MH 17.

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  •  July 27, 2015
  •  Posted by at 9:11 am
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Jul 212015
 

An Ressort: Wirtschaft
Von : H. HETZEL / Den Haag /
Datum : 21.7.2015

Niederlande/Deutschland/Automobile

Mini made in Holland voller Erfolg/BMW will Werk in den Niederlanden ausbauen

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Ein Jahr nachdem der deutsche Automobilkonzern BMW die Produktion seines Mini Modells in den Niederlanden gestartet hat, läuft diese auf Hochtouren und ist ein voller Erfolg. Daher soll sie nun voraussichtlich noch ausgeweitet werden. Im vergangenen Jahr liefen in dem vom BMW gemeinsam mit VDL Nedcar betriebenen Mini-Werk im limburgischen Born 30.000 Mini-Modell vom Typ Mini Hatch vom Band. Die Zahl der Mitarbeiter wurde von 1500 auf jetzt 2400 erhöht und soll weiter ausgebaut und auf 4000 erhöht Mitarbeiter werden, die dann jährlich 50.000 Minis produzieren sollen. ,,Ich kann mir auch vorstellen, dass BMW weitere Mini-Modelle wie etwa den Mini Cooper oder den Mini Countryman in Born bauen lassen wird,‘‘ sagt der Automobilexperte und Consultant Ben Dankbaar. Dankbaar war als ehemaliger Wirtschaftsprofessor und Berater des einstigen niederländischen Wirtschaftsministers Maxime Verhagen 2012 maßgeblich mit daran beteiligt, dass BMW in die Niederlande kam, um hier den Mini made in Holland bauen zu lassen. ,,Wir haben damals vereinbart, dass die Produktion bis 2020 gesichert ist,‘‘ sagt er. ,,Jetzt aber nach einem Jahr wird deutlich, dass BMW Vertrauen in die Zusammenarbeit mit VDL Nedcar hat. ,,Ich könnte mir vorstellen, dass BMW seine Mini-Produktion, die derzeit noch bei Magna Steyr in Österreich stattfindet, ebenfalls in die Niederlande holt,‘‘ meint der Automobilexperte. ,,Neben Oxford, das das Hauptwerk für den Mini bleiben wird, könnte Born von BMW zum zweitgrößten Mini-Werk ausgebaut werden.‘‘

mini-made-in-holland

Die südniederländische Provinz Limburg und VDL Nedcar jedenfalls sind bereits dabei, die Vorbereitungen zum Ausbau der bestehenden Produktionskapazitäten zu treffen. Auch soll die verkehrstechnische Infrastruktur erheblich verbessert werden.
Geplant ist nämlich der Ausbau der bestehenden Eisenbahnverbindungen mit dem Ziel, dass die vielen Minis, die künftig in Born vom Band rollen werden, direkt zu den Häfen im belgischen Zeebrügge und nach Bremen in Deutschland transportiert werden können. Dort können die Autos dann verschifft und zu den Dealern in Europa oder in den USA gebracht werden.
Auf dem Gebiet der Auftragsproduktion (Contract Manufacturing) hat VDL Nedcar in Europa nur noch zwei Konkurrenten. Das sind die österreichische Magna Steyr und die Valmet in Finnland. Diese beiden Auftragsproduzenten bauen aber nicht nur Autos sondern sind auch an deren Entwicklung beteiligt. VDL Nedcar tut das nicht, sondern produziert lediglich im Auftrag von BMW.
Aber der Produktionsstandort Niederlande hat für BMW noch weitere Vorteile.

Da ist zum einen die gute und bewährte langjährige Zusammenarbeit mit der VDL-Nedcar-Gruppe. Außerdem verfügt der Münchner Autobauer in Holland über ein ganzes Netzwerk von Zulieferern, die ihn bestens bedienen. Es sind etwa 75 holländische Firmen mit denen BMW zusammenarbeitet, darunter Nedschroef in Eindhoven, der Aluminiumhersteller Brabant Alucast in Oss, der Schiebedachhersteller Inalfa Roof Systems, der Stoßdämpferhersteller Koni, die Tata Steel in Ijmuiden (früher Hoogovens), sowie der High-Tech-Dienstleister Imtech in der Käsestadt Gouda und die Aalberts Industries, sowie die Tom Tom-Navigatinssysteme, um nur einige wichtige zu nennen. Auf dieses dichte niederländische Netzwerk kann BMW auch bei der Mini-Produktion bei VDL Nedcar bauen.

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  •  July 21, 2015
  •  Posted by at 9:52 am
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Jul 172015
 

Shell: Ölpreis bleibt niedrig/Benzin wird nicht billiger/Dollar zu teuer

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Der Ölpreis wird in diesem und im nächsten Jahr voraussichtlich auf dem jetzigen relativ niedrigen Niveau verharren. Erst im Jahr 2020 wird Öl wieder teurer und ein Preisniveau von circa 90 Dollar je Fass von 159 Litern erreichen. Diese Prognose gibt der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch Shell ab.  ,,Wir rechnen nicht damit, dass der Ölpreis sich in den kommenden Jahren kräftig nach oben bewegt,‘‘ sagt Shell-Manager Andy Brown, der für die Ölförderung – außer in den USA – für den Konzern zuständig ist. Brown meint aber auch, dass der Verbraucher den relativ niedrigen Ölpreis an der Tankstelle und beim Benzinpreis kaum bemerken wird. Denn die Benzinpreise werden nicht sinken, obwohl das Öl

derzeit mit nur 54 Dollar je Fass einen sehr niedrigen Wert erreicht hat. Der Grund: Der Dollar hat gegenüber dem Euro enorm an Wert gewonnen. Der Euro ist derzeit nur noch 1,09 Dollar wert. Außerdem wird am Markt damit gerechnet, dass der Dollarkurs weiter steigen wird und innerhalb der nächsten sechs Monate die Parität 1:1 zum Euro erreichen wird. Ölimporte werden für die Länder der Eurozone damit teurer.

Es gibt eine Reihe von Gründen, dass das Öl momentan relativ billig ist. Zum einen die sinkende Nachfrage aus China, weil dort die Wirtschaft nicht mehr so rasant wächst wie in den vergangenen Jahren. Dann die steigende Ölproduktion von Saudi Arabien, das großes Interesse daran hat, seinen Marktanteil  zu halten. Außerdem will Saudi Arabien die amerikanischen Schieferölproduzenten vom Markt verdrängen. Das geht nur, wenn er Ölpreis relativ niedrig ist, weil die Gewinnung von Öl aus Schiefergesteinslagen teuer ist und erst bei einem Ölpreis von etwa 70Dollar je Fass rentabel wird. Viele amerikanischen Schieferölproduzenten haben ihre Produktion bereits eingestellt.

 

shell-ben-van-beurden

                                                                                                                       Shell-Chef Ben van Beurden

Dann wird demnächst der Iran wieder auf den Ölmarkt drängen, nachdem mit den Persern ein Abkommen zur Kontrolle ihrer Nuklearanlagen geschlossen wurde und der Boykott gegen den Iran demnächst wohl auf gehoben wird. Das könnte zu einer regelrechten Ölschwemme führen und den Preis für das schwarze Gold noch weiter drücken.

Ölsuche vor der Küste von Alaska

Trotz des relativ niedrigen Ölpreises will Shell an seinem Vorhaben, vor der Küste von Alaska nach Öl zu bohren, festhalten. Die US-Regierung hat Shell dafür eine Genehmigung erteilt. Zwei schwimmende Bohrplattformen, der ,,Noble Discoverer‘‘ und der ,,Transocean Polar Pioneer‘‘ werden in diesem Sommer vor der Küste Alaskas wieder auf Ölsuche gehen. Dort vor den Küsten Alaskas sollen große Ölvorräte liegen.

Außerdem hält Shell an der Übernahme des britischen Branchenkonkurrenten BG Group fest, der für 70 Mrd. Dollar akquiriert werden soll. Die Übernahme will Shell im kommenden Jahr abschließen. Mit der geplanten Mega-Übernahme der BG Group werden die nachgewiesenen Öl- und Gasvorräte der Shell-Gruppe nach Berechnungen von Shell per Saldo um 25 % zunehmen. Nach der Mega-Übernahme des britischen Konzerns BG wird Shell seine jährliche Öl- und Gasproduktion voraussichtlich um 20 % steigern können. Derzeit fördert die Shell-Gruppe durchschnittlich täglich rund 3,0 Mio. Barrel Öl- und Gas.

Finanziert werden soll die Mega-Akquisition teilweise aus liquiden Mitteln und mit Shell-Aktien. Die BG-Aktionäre sollen 0,383 Pfund in bar und 0,4454 Shell-Aktien erhalten, das ist eine Prämie von 50 % im Vergleich zum BG-Aktienkurs vor Ausbringen der Shell-Offerte. Außerdem kündigte Shell ein großes Aktienrückkaufprogramm an. Shell will zwischen 2017 und 2020 mindestens für 25 Mrd. Dollar eigene Aktien zurückkaufen.

 

17/7/2015

 

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  •  July 17, 2015
  •  Posted by at 12:24 pm
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Jul 132015
 

Belgien/André Leysen

Ein Unternehmer mit Vision und ein großer Europäer/ Retter der belgischen Zeitung ,,De Standaard‘‘/Deutschland war seine zweite Heimat/Zum Tod von André Leysen

Von HELMUT HETZEL

Antwerpen. ,,Krisen sind Herausforderungen.‘‘ Wie wahr diese Einsicht von André Leysen ist, das hat die Griechenland-Krise in der EU und der Eurozone in den vergangenen Wochen und Monaten erneut bewiesen. André Leysen aber konnte den neuen Deal, um die Griechen in der Eurozone zu halten, nicht mehr miterleben. Er starb am vergangenen Sonntag im Alter von 88 Jahren in Antwerpen. Mit ihm ist ein Unternehmer mit Vision, ein scharfer Analytiker und Denker und ein großer Europäer von uns gegangen.

andre-leysen

André Leysen war auch ein großer Belgier und Flame, aber seine zweite Heimat war Deutschland. Bei ihm zu Hause in Antwerpen wurde Deutsch gesprochen. Seine Frau Anne Ahlers, die er 1951 heiratete und mit der er die beiden Söhne Christian und Thomas hat, war Zeit seines Lebens die Stütze an seiner Seite. Und sein Leben war ein rasantes. Am 11. Juni 1927 in eine flämische Unternehmersfamilie hineingeboren, entwickelte Leysen schon als Kind den Unternehmergeist, der ihn später als Manager so auszeichnete. Die ersten Sporen verdiente er sich dann mit dem Hafenbetrieb seiner deutschen Schwiegereltern im Antwerpener Hafen. Von dem Unternehmen trennte er sich und stieg mit den frei werdenden finanziellen Mitteln bei der belgischen Foto-Gruppe Agfa-Geveart ein, deren Vorstandschef er 1978 wurde und die er später an die deutsche Bayer AG verkaufte.

 

Zwei Jahre früher war es André Leysen, der die kurz vor dem Konkurs stehende flämische Tageszeitung ,,De Standaard‘‘ 1976 rettete. Heute ist die Standaard-Gruppe, die inzwischen von seinem Sohn Thomas geleitet wird und unter dem Namen Corelio firmiert, die führende und einflussreichste Mediengruppe Belgiens und der Niederlande, wo sie das NRC-Handelsblad besitzt.

Unternehmer mit Vision

Aber das Wirken von André Leysen, der auch Vorsitzender des belgischen Arbeitgeberverbandes war, beschränkte sich nicht auf Belgien. Besonders aktiv war er in Deutschland und in den Niederlanden. Er saß in den Aufsichtsräten von BMW und Philips, war stellvertretender Vorstandschef der deutschen Reederei Hapag Lloyd, war Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Telekom, und bei E.ON, der früheren Veba und bei der Bayer AG. Als einziger Ausländer berief ihn der damalige deutsche Kanzler Helmut Kohl nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 in die Treuhandgesellschaft, die die ehemaligen DDR-Betriebe privatisierte und verkaufte. Mit Helmut Kohl hatte André Leysen ein gutes, ja freundschaftliches Verhältnis. Leysen war auch ein großzügiger Spender, der den Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden finanziell unterstütze.

Als überzeugter Europäer war er Vorstandsmitglied im Karls-Preiskomitee der Stadt Aachen. Als Kunstliebhaber war er Vorsitzender der Munt-Oper in Brüssel und des Rubenshauses in Antwerpen. 2008 stiftete Leysen den Karl der Große-Preis für Jugendliche. Die belgische König Baudouin-Stiftung konnte dank einer großzügigen Spende von ihm und seiner Frau Anne 2008 ein wertvolles Gemälde von Henri Evepoel ankaufen.

Hinter dem Spiegel

André Leysen aber hatte auch Selbstspott und Selbstkritik. In seinem Buch ,,Hinter dem Spiegel‘‘ enthüllte er 1996 seine Kollaboration mit Nazi-Deutschland und beschrieb wie er die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges mit der flämischen Exil-Regierung im zerbombten Berlin erlebte. Denn André Leysen wurde 1943 Mitglied der Hitlerjugend in Flandern und ging später auf die Deutsche Schule in Antwerpen und danach auf die ,,Reichsführerschule‘‘ nach Postdam. In dem Buch ,,Hinter dem Spiegel‘‘ rechnet er selbst mit dieser Periode in seinem eindrucksvollen Leben ab und distanziert sich erneut klipp und klar vom Nationalsozialismus, dem er als junger Mensch auf dem Leim gegangen war.

André Leysen litt schon zwanzig Jahre an der Parkinsonschen Krankheit. Er trug es mit Fassung und sagte: ,,Man stirbt nicht davon, sondern man stirbt mit dieser Krankheit. Sie tut nicht weh und so habe ich beschlossen, dass ich nicht krank bin.‘‘ Das war André Leysen, ein Optimist mit Selbstironie, der sich als erfolgreicher Unternehmer immer auch vehement in den gesellschaftlichen Dialog einmischte und sich für die Gesellschaft in humanitärer und kultureller Hinsicht engagierte.

 

13/7/2015

 

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  •  July 13, 2015
  •  Posted by at 12:05 pm
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Apr 282015
 

Interview with Vesela Mrden Korac, Ambassador of the Republic of Croatia in The Netherlands

Croatia ready to join the Schengen-Zone and preparing for the Euro

By Helmut Hetzel

A: Mrs. Ambassador, as Ambassador you are now in the Netherlands for about  four years. What has been your most pleasant and your most worse experience in Holland?

Q: Yes, I have been in the Netherlands for more than four years and my mission will end this summer. I have had many, many pleasant experiences in this beautiful country and I was proud to be engaged in many important files for my country such as closing of the EU negotiations and ratification of the Croatian EU accession treaty in „De Tweede en de Eerste Kamer“ with overwhelming majority in support of the Croatian membership. I did not have any unpleasant situation but in the opposite almost each day has been inspiring for me and I would be happy to come back as often as possible, of course in different capacity but with a same strong attachment.

vesela-HE Ambassador

Q: Croatia is since almost two years a member of the EU. Your country will join the Schengen-Treaty in July. Which impact does the EU-membership has had and still have for your country?

A: Yes, Croatia has been very enthusiastic member of the EU for almost two years after long and thorough accession negotiations and ever since we have been focused on further integration with joining Schengen.  At this moment, we can say that all necessary preparations for Schengen have been successfully implemented and we are more than ready to protect EU borders from illegal activities and at the same time we have been deeply engaged in assisting our neighbours to the East in raising their preparedness for the forthcoming enlargement. The EU membership has still very strong support of majority of Croatian people as it provides us with the most desirable framework of freedom, democracy, rule of law and security and in parallel it strongly adds to our economic advantages insuring foreign investors that our country and market is harmonised with the other EU members. On the other side in joining common market all of our companies including small and medium sized are faced with competing the most advanced companies of the EU and that might be challenging in a short term but hopefully would bring us to the higher competitive level in a long run.

Q: The Euro-crisis because of the Greek debts is still going on. Do you see any solution or outcome?

A: I believe that Euro-crisis might have had much broader causes and unfortunately no easy solutions. Personally, I’m convinced that our joint efforts and cooperation is essential and that even closer cooperation would be more beneficial for the EU as well as for the each member state.

Croatia will join the Euro-Zone

Q: Will Croatia join the Euro-Zone?

A: We are already undertaking necessary economic reforms and it might take us a few years before we get to the needed level of economic performances and indicators preconditioned for the Euro membership. Of course, our urgent priority is to reform our economy in a way that our citizens can enjoy the best possible opportunities of today’s modern world.

Q: The ECB just launched a huge so called ,,Quantity Easing Programm‘‘ and is pouring the markets with 1,1 trillion Euro. Will that work to trigger the economies of the Euro-member states?

We all hope so and at the same time we know that this is just one instrument that needs to be properly combined with other measures. At this initial stage, it seems that it was successful in provoking vivid business activity that was so desperately needed and this might be a good start if carefully monitored.

Relation Croatia – Serbia

Q: How would you describe the relation of Croatia with Serbia and the other former ,,Yugoslavia-States‘‘ ?

A: Croatia has been investing a lot in developing and maintaining good neighbourly relations with all our neighbours, strongly advocating further enlargement and at the same time offering our expertise and accession experiences to all interested parties. Here, I would like to emphasise that Croatia has been maintaining and further developing traditionally significant economic relations with closer and wider neighbourhood. With Serbia we have good relations with very pragmatic approach in solving open issues from the past and building cooperation on common interests. While committed to facilitate all neighbours on their path towards the Euro-Atlantic integration, Croatia is especially focused on Bosnia and Herzegovina in bringing back attention of the EU and international community for accelerating their development and prosperity.

Q: Nobody can predict the future, neither we are prophets. But was is your vision of an Europe in the year 2025?

A: I see Europe as united, strong and leading continent within which each state including Croatia will be able to use its potential in becoming very successful and desirable country to live in, to visit and to partner with.

Q: Thank you very much.

A: I thank you and Societeit De Witte, the prestigious club with its very knowledgeable and cosmopolitan members who were following closely international relations and wholeheartedly welcoming me and supporting Croatia.

28.4.2015

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

 

 

  •  April 28, 2015
  •  Posted by at 3:30 pm
  •   News
Jan 042015
 

Aufrufe zu Anschlägen auf Moscheen in Holland

 

Von HELMUT HETZEL

 

Den Haag. In den Niederlanden wird in den sozialen Medien zu Brandanschlägen auf Moscheen aufgerufen. In zahlreichen Berichten auf verschiedenen digitalen Medien gibt es Beifall für die Brandanschläge auf Moscheen in Schweden und heißt es: ,,Folgt dem schwedischen Vorbild.‘‘ Der Rat der Marokkanischen Moscheen in den Niederlanden (RMMN) ist sehr besorgt. ,,Wir haben alle unsere Moscheen zu verstärkter Wachsamkeit aufgerufen und werden unsere Moscheen nun nachts von Bürgerwachen bewachen lassen,‘‘ kündigte der RMMN-Vorsitzende Aissa Zanzen im niederländischen TV-Sender NOS am Sonntag an. Dem RMMN gehören in Holland 80 marokkanische Moscheen an.

Auch werde die Kamerabewachung der islamischen Gotteshäuser verbessert, kündigte der RMMN an. Außerdem wolle der RMMN gegen die Personen, die in den sozialen Medien zu Brandanschlägen gegen Moscheen aufrufen oder ihre Sympathie für die Anschläge in Schweden bezeugen, Strafanzeige wegen Aufruf zu Hass und Gewalt erstattet, so der RMMN.

Wilders

Aus einer Studie der Universität Amsterdam geht hervor, dass jede dritte Moschee in den Niederlanden Drohbriefe erhält in denen beispielsweise mit Brandstiftung gedroht wird. Auch würden immer mehr Moscheen mit anit-islamischen Losungen besprayt. Vor manche Moscheen würden auch Schweineköpfe geworfen. Einige seien mit Eiern beworfen worden.

In der Studie heißt es, dass unter großen Teilen der niederländischen Bevölkerung eine ,,Anti-Islam-Stimmung‘‘ herrsche und das diese vor allem durch den extremen Islam und durch die hohe Kriminalität unter muslimischen Jugendlichen angeheizt werde.

 

Befördert würde die Anti-Islam-Stimmung in den Niederlanden aber auch durch die Freiheitspartei PVV. Deren Gründer, der Islamkritiker Geert Wilders, wird aber nicht namentlich genannt. Aber es heißt: ,,Viele Bürger sehen den Islam als eine Bedrohung an.‘‘ Auch gebe es im Netz viele Anti-Islam-Webseiten wie etwa die ,,Mosk-Nee‘‘ – keine Moscheen.

 

Auf der anderen Seite aber rufen radikale Muslime in den Niederlanden auf ihren Webseiten ebenfalls zu Anschlägen in den Niederlanden auf. Eine Gruppe dieser muslimischen Extremisten demonstrierte am vergangenen Wochenende sogar vor dem niederländischen Parlament. Sie forderten bessere Haftbedingungen für niederländische Gotteskrieger, die im Irak und in Syrien für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) kämpften und die nach ihrer Rückkehr in die Niederlande verhaftet wurden. Ihnen soll der Prozess wegen Unterstützung einer Terrororganisation gemacht werden. Ein aus Syrien zurück gekehrter Gotteskrieger wurde bereits zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Auch die radikalen muslimischen Demonstranten vor dem Haager Parlament drohten während ihrer Demonstration mit Anschlägen in den Niederlanden. Die Polizei schritt aber nicht ein.

moschee

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  •  January 4, 2015
  •  Posted by at 10:45 am
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