Jul 212015
 

An Ressort: Wirtschaft
Von : H. HETZEL / Den Haag /
Datum : 21.7.2015

Niederlande/Deutschland/Automobile

Mini made in Holland voller Erfolg/BMW will Werk in den Niederlanden ausbauen

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Ein Jahr nachdem der deutsche Automobilkonzern BMW die Produktion seines Mini Modells in den Niederlanden gestartet hat, läuft diese auf Hochtouren und ist ein voller Erfolg. Daher soll sie nun voraussichtlich noch ausgeweitet werden. Im vergangenen Jahr liefen in dem vom BMW gemeinsam mit VDL Nedcar betriebenen Mini-Werk im limburgischen Born 30.000 Mini-Modell vom Typ Mini Hatch vom Band. Die Zahl der Mitarbeiter wurde von 1500 auf jetzt 2400 erhöht und soll weiter ausgebaut und auf 4000 erhöht Mitarbeiter werden, die dann jährlich 50.000 Minis produzieren sollen. ,,Ich kann mir auch vorstellen, dass BMW weitere Mini-Modelle wie etwa den Mini Cooper oder den Mini Countryman in Born bauen lassen wird,‘‘ sagt der Automobilexperte und Consultant Ben Dankbaar. Dankbaar war als ehemaliger Wirtschaftsprofessor und Berater des einstigen niederländischen Wirtschaftsministers Maxime Verhagen 2012 maßgeblich mit daran beteiligt, dass BMW in die Niederlande kam, um hier den Mini made in Holland bauen zu lassen. ,,Wir haben damals vereinbart, dass die Produktion bis 2020 gesichert ist,‘‘ sagt er. ,,Jetzt aber nach einem Jahr wird deutlich, dass BMW Vertrauen in die Zusammenarbeit mit VDL Nedcar hat. ,,Ich könnte mir vorstellen, dass BMW seine Mini-Produktion, die derzeit noch bei Magna Steyr in Österreich stattfindet, ebenfalls in die Niederlande holt,‘‘ meint der Automobilexperte. ,,Neben Oxford, das das Hauptwerk für den Mini bleiben wird, könnte Born von BMW zum zweitgrößten Mini-Werk ausgebaut werden.‘‘

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Die südniederländische Provinz Limburg und VDL Nedcar jedenfalls sind bereits dabei, die Vorbereitungen zum Ausbau der bestehenden Produktionskapazitäten zu treffen. Auch soll die verkehrstechnische Infrastruktur erheblich verbessert werden.
Geplant ist nämlich der Ausbau der bestehenden Eisenbahnverbindungen mit dem Ziel, dass die vielen Minis, die künftig in Born vom Band rollen werden, direkt zu den Häfen im belgischen Zeebrügge und nach Bremen in Deutschland transportiert werden können. Dort können die Autos dann verschifft und zu den Dealern in Europa oder in den USA gebracht werden.
Auf dem Gebiet der Auftragsproduktion (Contract Manufacturing) hat VDL Nedcar in Europa nur noch zwei Konkurrenten. Das sind die österreichische Magna Steyr und die Valmet in Finnland. Diese beiden Auftragsproduzenten bauen aber nicht nur Autos sondern sind auch an deren Entwicklung beteiligt. VDL Nedcar tut das nicht, sondern produziert lediglich im Auftrag von BMW.
Aber der Produktionsstandort Niederlande hat für BMW noch weitere Vorteile.

Da ist zum einen die gute und bewährte langjährige Zusammenarbeit mit der VDL-Nedcar-Gruppe. Außerdem verfügt der Münchner Autobauer in Holland über ein ganzes Netzwerk von Zulieferern, die ihn bestens bedienen. Es sind etwa 75 holländische Firmen mit denen BMW zusammenarbeitet, darunter Nedschroef in Eindhoven, der Aluminiumhersteller Brabant Alucast in Oss, der Schiebedachhersteller Inalfa Roof Systems, der Stoßdämpferhersteller Koni, die Tata Steel in Ijmuiden (früher Hoogovens), sowie der High-Tech-Dienstleister Imtech in der Käsestadt Gouda und die Aalberts Industries, sowie die Tom Tom-Navigatinssysteme, um nur einige wichtige zu nennen. Auf dieses dichte niederländische Netzwerk kann BMW auch bei der Mini-Produktion bei VDL Nedcar bauen.

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

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  •  July 21, 2015
  •  Posted by at 9:52 am
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