Jul 302015
 

Shell baut 6500 Stellen ab und muss sparen/Niedriger Ölpreis drückt Gewinn/Dividende stabil

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Der niederländisch-britische Öl- und Gaskonzern Royal Dutch Shell baut weltweit 6500 seiner rund 94.000 Stellen ab. Den größten Stellenabbau wird es in Großbritannien und in Norwegen geben. Außerdem will Shell sparen und das Investitionsvolumen um 20 % auf etwa 30 Mrd. Dollar in diesem Jahr senken. Ferner wird Shell Tochterfirmen und Beteiligungen im Wert von total 20 Mrd. Dollar verkaufen, teilte Shell-Chef Ben van Beurden wird. Notwendig werden die Maßnahmen weil der Ölpreis auf einem relativ niedrigen Niveau ist und derzeit um die 54 Dollar je Fass von 159 Litern für die Sorte Brent pendelt. Vor einem Jahr war er noch fast doppelt so hoch. ,,Die Öl- und Gasindustrie steht vor großen Herausforderungen. Aber wir gehen sie schnell und überzeugend an,‘‘ sagte van Beurden bei der Präsentation des Quartalsergebnisses II/2015.

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Das Zwischenergebnis viel wesentlich geringer aus als noch vor einem Jahr. So sank der Nettogewinn auf Basis der aktuellen Wiederbeschaffungskosten (CCS-Ergebnis) um 35 % auf 3,361 Mrd. Dollar oder 0,53 Dollar je Aktie. In der wichtigen Sparte Ölförderung (Upstream) brach der Gewinn regelrecht ein und sank um 78 % auf nur noch 1,037 Mrd. Dollar

Mit der Ölverarbeitung (Downstream) verdiente Shell jedoch mehr und konnte das Ergebnis im zurückliegenden Dreimonatszeitraum in diesem Sektor auf 2,961 Mrd. $ fast verdreifachen. Auffallend ist ferner, dass die Öl- und Gasförderung im Berichtszeitraum um 11 % auf 2,73 Mio. Öläquivalente pro Tag zurückging.

Dividende bleibt stabil

Europas größter privater Öl- und Gaskonzern wird seinen Aktionären per Quartal eine unveränderte Dividende von 0,47 Dollar je Aktie ausschütten. Auf Jahrbasis sind das 1,88 Dollar je Anteilschein womit die Shell-Titel eine Dividendenrendite von über 5 % aufweisen. Außerdem bestätigte Shell-Chef van Beurden, dass das Unternehmen zwischen 2017 und 2020 ein riesiges Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 25 Mrd. Euro durchführen wird.

Die geplante Übernahme des britischen Ölkonzerns BG Group liegt nach Angaben von van Beurden ,,im Schema‘‘ und soll Anfang 2016 abgeschlossen sein.

64 Mrd. Euro für britische BG Group

Shell zahlt  für GB  47 Mrd. £  (64 Mrd.  Euro, 67 Mrd. sFr.) BG ist hauptsächlich im Gasgeschäft in Grossbritannien aktiv. Die Übernahme ist die grösste Transaktion in der Öl- und Gasbranche seit einem Jahrzehnt und die bislang deutlichste Reaktion auf den Verfall des Ölpreises. Nachfolgen könnte eine Fusionswelle unter den grössten Energieunternehmen, die ihre Kosten senken und ihre Gewinne wieder steigern wollen.

Shell bietet für jede BG-Aktie 383 Pence in bar und 0,4454 Shell-B-Titel. Das ergibt einen Preis von 1367 Pence je BG-Aktie, und es entspricht einer Prämie von rund 50% auf den Schlusskurs der BG-Papiere vom vor Ausbringen der Kaufofferte. BG wird damit mit 47 Mrd. £ bewertet. Ab 2017 wird die dann zum Shell-Konzern gehörende BG Group zum Gewinn von Shell beitragen. Mit der BG-Akquisition entsteht der gemessen an der Marktkapitalisierung global zweitgrösste private Öl- und Gaskonzern nach dem amerikanischen Multi ExxonMobil  in der Welt.

An der Amsterdamer Börse legten die Shell-Titel um 4,12 % auf 26,13 Euro zu.

30/7/2015

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

 

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  •  July 30, 2015
  •  Posted by at 3:56 pm
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